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10 Jahre beschäftigt

Viele Jahre ehrenamtliche Vereinsarbeit hat er auf dem Buckel. Mehr als 10 davon sind es mittlerweile beim BSC. Höchste Zeit also unseren obersten Mitgliederverwalter, Saisonplaner und Verbandsansprechpartner so richtig auszufragen. Was unseren Geschäftsführer antreibt, sich jedes Mal aufs Neue auf das Tagesgeschäft zu stürzen und was er sonst noch so mit seiner Freizeit anstellt, haben wir jetzt exklusiv in Erfahrung bringen können. Was dabei herausgekommen ist, sind viele persönliche und nicht immer ganz ernst gemeinte Zeilen über unseren Strippenzieher hinter den Kulissen, der trotz schwindender Präsenz in der Halle weiterhin jedes Mitglied beim Namen kennt. Die Rede ist natürlich von E. ;-)

Doch wie kam Ernst, wie er eigentlich heißt, wohl zum Rückschlagsport, nachdem er sich zuvor schon als Judoka versucht hatte? Mit dem Schläger seines Vaters stand er mit elf Jahren das erste Mal auf einem Badmintonfeld. Vorher wurde bereits fleißig im Garten des Nachbarn dem Federball nachgejagt. Sein erster Verein hieß dann Sterkrade-Nord in Oberhausen, in dem er bis zum Abitur in der Jugendabteilung spielte und trainierte - letzteres auch mal als Anleiter. Ob das womöglich ein Grund dafür war, dass unser Landesverband den Verein nach Ernsts Abgang zum Jugendstützpunkt ernannte? Ernst verneint.

Mit dem Alter erhöhte sich natürlich auch die Genauigkeit seines Spiels. Der Legende nach gab es für jeden Netzroller im Nachhinein einen kleinen Feigling, was der Genauigkeit wiederum nicht so gut tat. Doch was hat es wirklich mit den berühmt berüchtigten Feiglingen auf sich? Zurück gehen sie auf eine Teilnahme beim Weser-Werre-Cup in Bad Oeynhausen, zu dem Ernst von seinem damaligen Nachbarn Axel in Aachen (der als Titelverteidiger aus Langenfeld kam) mitgeschleppt wurde. In zehn Jahren Turnierteilnahme gab es so manch schlechtes Benehmen, fürchterlich viele Kurze und einen einzigen Turniersieg zu vermelden. Das Preisrätsel zum zehnjährigen Turnierbestehen wurde passenderweise mit dem Lösungswort “Funny Feiglings” aufgelöst, doch da machten die Feiglinge bereits ein anderes Turnier unsicher, in dessen Verlauf sie auch erstmals auf unseren BSC trafen.

Jedes Jahr gab es in der Folge beim Pfingstturnier in Speyer ein Messen mit Gerd, Thommy, Andreas, oder Sabine. Ernsts Teamkollege Axel spielte daraufhin zuerst beim BSC, bevor es ihn selbst dann 2008 nach Büderich verschlug. Kurz nach Ernsts Umzug suchte Axel auch schon einen Doppelpartner für die alljährlichen Vereinsmeisterschaften. Nachdem Pierre mit einem Anmeldeformular unseren Neuzugang gesichert hatte, wurde Ernst als Büderich- & BSC-Neuling gleich mal Vereinsmeister im Doppel und das an seinem ersten Tag in der Halle. Chapeau!

Turniere scheinen ihm also zu liegen. Da er nie bei einer Sommerfahrt und auch nicht beim inoffiziellen Vereinsurlaub in Ischgl mitfuhr, ist seine liebste Vereinsaktivität also klar das Nikolausturnier und natürlich unsere hochkarätig besetzte Vereinsmeisterschaft. Von Mittsommerturnier und Vorstandssitzungen keine Spur. Letztere ließen sich seiner Ansicht nach auch gleich nach dem Training abhalten. So war’s jedenfalls während seiner Zeit als Sportwart bei seinem Zweitverein, dem BV Aachen 09 der Fall. Dafür müssten bei uns aber erst mal alle Vorständler regelmäßig zum Training erscheinen. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Bis auf die nachlassende Aktivität als aktiver Federballer in unserer Halle können wir unserem Geschäftsführer aber nichts ankreiden, denn seine Protokolle kommen in rekordverdächtiger Zeit von unter einer Stunde nach Ende der Vorstandssitzung. Für alles andere lässt sich unser Ernst aber gerne Zeit. An- und Abmeldungen bearbeiten, Rechnungen begleichen, Sporthilfe beantragen und Mannschaften melden. All das erledigt er mit Ruhe, Gelassenheit & ganz viel Sorgfalt. Am meisten hat’s ihm aber der Spielplan angetan. Sein Vorgänger Thomas hatte bereits die zeitliche Planung der Heimspiele unter seine Fittiche genommen und auch Ernst konnte sich diesen Job (der eigentlich in den Bereich des Sportwartes fällt) einfach nicht nehmen lassen. Besonderen Gefallen fand er an unserem berühmten Spielplan-Heftchen, welches mittlerweile zum Leidwesen aller digitalen Nomaden eingestanzt wurde. Wobei sich so mancher bestimmt solch ein Heftchen zurückwünschen würde, nachdem er oder sie sich wieder einmal auf unserem Online-Ergebnisdienst turnier.de verirrt hat.

Apropos verirrt: mit seiner Mixed-Partnerin Susanne aus Aachen verirrte sich Ernst bis hoch zur NRW-Rangliste. Rangliste spielen wir ja ab und an auch mal. Für NRW hat’s (mit Ausnahme von Gerd) aber lange nicht mehr gereicht. Vielleicht sollten wir wieder mehr Mixed spielen, oder weniger Feierstunden vor den Turnieren einlegen. Beim Pfingstturnier in Speyer wurde dafür übrigens der Turnierbeginn extra auf 12 Uhr am Mittag nach hinten gelegt. Ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl an dieser Stelle für unsere Stadtmeisterschaften, lieber TSV Meerbusch.

Doch genug über den Badmintonsport geredet. Früher hat es unserem Geschäftsführer noch das Ultimate Frisbee angetan, heute gehts mit dem elektrifizierten Zweirad zur Arbeit, zur Halle, oder zur Probe. Und damit ist er nicht allein. Die Mehrheit des Vorstandes legt mittlerweile die Kurz- und Langstrecke mit dem Fahrrad zurück. Von Stadt- bis Rennrad ist da alles dabei. Vielleicht sollten wir über ein Umsatteln unserer Sportart nachdenken?

Doch am wohlsten fühlt er sich nicht auf dem Fahrradsattel sondern auf der Bühne als Schauspieler und sogar Regisseur. Da die aktuelle Zeit das Schauspiel vor Publikum verhindert, stellt er sich mitunter auch einfach vor die Kamera. In diesem Zuge gibt es mittlerweile sogar Kurzfilme von und mit ihm zu bestaunen, zu denen er sowohl den Soundtrack beisteuert als auch in verschiedene Rollen aus bekannten Filmstreifen schlüpft. Jene Filme werden dann ganz ohne böse Absichten parodiert und auf dem Kanal MadMovie veröffentlicht. Einschaltbefehl meinerseits!

Theaterspielen, Kurzfilme drehen, Fahrradfahren und Federbälle schlagen. Woher nimmt man da noch die Motivation für die ernsten Dinge des Lebens? Also bspw. für das höchst wichtige Tagesgeschäft unseres Vereins? Seine Antwort: “wenn dus machst, machstes halt richtig.” Viel richtig gemacht hat seiner Ansicht nach in den letzten Jahren auch unser engagierter Jugendwart Partheepan. Während die Jugendabteilung durch seinen Einsatz regelrecht explodiert, wird unser Erwachsenenbereich kontinuierlich älter und etwas zurückhaltender im harten Saisonalltag. Aufhalten lässt sich das aufgrund der gesellschaftlichen Altersstruktur vielleicht nicht ganz. Damit wir aber auch weiterhin vom motivierten und fitten Nachschub aus unserer Jugend profitieren können, brauchen wir dringend weiteres Personal in Form eines Übungsleiters bzw. Übungsleiterin. Daher sind wir auf der Suche nach einem zusätzlichen Jugendtrainer bzw. Jugendtrainerin für unseren BSC, um unsere Jugend auch in Zukunft kontinuierlich fördern (und fordern) zu können. Ein Unterfangen, welches für unseren Geschäftsführer die höchste Priorität hat. Das sehen wir genauso und haben deswegen auch gleich eine Stellenanzeige geschaltet!

Für wen wir gottseidank erst einmal keinen Nachfolger benötigen, ist unser Geschäftsführer selbst. Die Frage, wann wir denn mal einen bräuchten, wurde gekonnt abgewimmelt. An dieser Stelle können wir uns also zurücklehnen und uns auf die kommenden Jahre mit ihm freuen. Alles andere wäre auch eine mittlere Katastrophe gewesen. Denn niemand kann so schön protokollieren, kommunizieren und vor allem organisieren wie unser Ernst. Uns bleibt also nur ein ganz großes Dankeschön auszusprechen für zehn Jahre engagierte Vorstandsarbeit beim BSC. Auf die nächsten 10. ;-)